Christoph Iselin

19101987

Christoph Iselin arbeitete als Drogist und Kunstmaler. Einige seiner Mosaik- und Wandbilder sind im Gemeindehaus Riehen, der Alterssiedlung Drei Brunnen, im Neuen Werkhof und im Hirzbrunnen-Schulhaus zu sehen. Er lebte mit seiner Ehefrau, der Bildhauerin Elly Iselin-Boesch, von 1941 bis 1987 an der Dinkelbergstrasse 20 in Riehen.

Sohn des Ludwig Emil Iselin (Pfarrer) und der Anna Louise Ernestine, geborene Tobler. Heirat 1936 mit Elly Hedwig Boesch.

Christoph Iselin kam am 18. Mai 1910 als Sohn von Anna Louise Ernestine und Ludwig Emil Iselin-Tobler in Riehen zur Welt. Dort verbrachte er seine Kindheit. Nach seiner Schulzeit, die er sowohl in Riehen als auch in Basel und in Oetwil am See im Kanton Zürich verbracht hatte, machte er eine Ausbildung zum Drogisten.

Nach Abschluss der Lehre schlug Iselin beruflich eine neue Richtung ein: Mit 19 Jahren besuchte er die Allgemeine Gewerbeschule in Basel und nahm Unterricht bei verschiedenen Künstlern in Europa mit dem Berufsziel Kunstmaler. 1934/35 studierte er an der Académie Ranson in Paris. Dort lernte er die St. Galler Bildhauerin Elly Boesch (1910–1999) kennen. Im selben Jahr trat Iselin der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten GSMBA bei. Er gehörte in den nachfolgenden Jahren dem Zentralvorstand der Gesellschaft an und war Redaktor ihrer Zeitschrift ‹Schweizer Kunst›.

Am 23. April 1936 heirateten Elly Boesch und Christoph Iselin in Zürich und zogen anschliessend nach Basel an den St. Alban-Ring. Während der Kriegsjahre leistete Iselin Aktivdienst und arbeitete zwischenzeitlich als Drogist. 1941 verlegte das Ehepaar seinen Wohnsitz nach Riehen in das Atelierhaus Kind an die Dinkelbergstrasse 20 und Iselin trat eine Stelle als Zeichnungslehrer an. Er unterrichtete fortan 14 Jahre lang an Riehener und Basler Schulen.

In den 1950er-Jahren bauten Christoph und Elly Iselin-Boesch in St-Luc (VS) ein zusätzliches Atelierhaus.

Werk

Christoph Iselins künstlerisches Frühwerk zeichnet sich durch dunkle und erdige Farben aus. Seine Bilder weisen damit eine Nähe zu den sogenannten ‹Dunkeltonigen› auf, einer losen Basler Künstlergruppe, zu der auch Numa Donzé (1885–1952), Paul Basilius Barth (1881–1955), Otto Roos (1887–1945), Willi Wenk oder Jean-Jacques Lüscher (1884–1955) zählten. Beeinflusst von einem Aufenthalt in Paris und Tunis (1949), helIte sich in Iselins späteren Arbeiten die Farbpalette auf. Er malte mit Öl und Aquarellfarben Stillleben und Landschaften. Sein Werk umfasst auch einige Kreide- und Tuschezeichnungen sowie Glasarbeiten und Mosaikbilder.

Christoph Iselin starb am 21. März 1987 in Riehen.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 11.5.2022

Fakten

Christoph Leopold Markus
Iselin
18.05.1910 in Riehen
21.03.1987 in Riehen
Riehen und Basel

Artikel

Jahrbuch Riehen

Archive

Die Gemeinde Riehen ist im Besitz von insgesamt 27 Werken von Christoph Iselin:

Spanische Schafhüterin. Öl auf Leinwand, 1934.

Morgen in Paris. Öl, 1936.

Abend in Paris. Öl, 1938.

Frau im Garten. Öl, 1943.

Dorfstrasse in Riehen. Öl auf Leinwand, 1944.

Frühlingslandschaft ‹Im Moos›. Öl auf Leinwand, 1944.

Oberdorfstrasse in Riehen. 1944

Riehen, Blick nach Westen. Öl auf Leinwand, 1947.

Marseille. Kohlezeichnung, 1949.

Nackte Frau auf blauem Sessel. Acryl auf Leinwand, 1952.

Selbstbildnis. Öl, 1953.

Winter im Moostal. Öl auf Leinwand, 1955.

Ohne Titel. Majolika-Mosaik, 1961.

Der Berg. Öl, 1963.

Winternacht. Öl auf Leinwand, 1964.

Märztag (Zinal). Öl, 1965.

Fond de la Vallée. Öl, 1966.

Leopard im Dornbusch. Öl auf Leinwand, 1967.

Tropenwald, Uganda. Öl auf Leinwand, 1968.

Urwald bei Nacht. Öl auf Leinwand, 1970.

Wirtshaus-Garten. Aquarell, 1971.

Mein Garten. Aquarell, 1973.

Wandbild mit A. L. Freymond. 1977.

Frühling in Riehen. Öl, 1978.

Wallis im Frühling. Aquarell, 1978.

Der Gletscher II. Öl auf Leinwand, 1979.

Bergfrühling. Aquarell, o. D.

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Krattiger, Hans: Das Gemeindehaus als Museum. In: Jahrbuch z’Rieche 1970. S. 9–19.

Krattiger, Hans: Die Gemeinde als Kunstsammlerin. In: Jahrbuch z’Rieche 1971. S. 7–13.

Krattiger, Hans: Zwei bedeutsame Ausstellungen. In: Jahrbuch z’Rieche 1973. S. 18–22.

Krattiger, Hans: Das Künstlerehepaar Christoph und Elly Iselin-Boesch. In: Jahrbuch z’Rieche 1980. S. 75–85.

Weitere Literatur

Ernst Giese, Elly Iselin-Boesch, Christoph Iselin. Ausstellungskatalog Gemeinde Riehen, Berowergut, 14. Januar bis 12. Februar 1989. Riehen 1989.

Iselin, Christoph. In: SIKART. Lexikon zur Kunst in der Schweiz. URL: https://www.sikart.ch/kuenstlerInnen.aspx?id=4000823 (22.11.2021).

Jaques Düblin, Christoph Iselin, Karl Moor, Walter Schneider. Ausstellungskatalog Kunsthalle Basel, 9. Mai bis 7. Juni 1964. Basel 1964.

Krattiger, Hans, Robert Th. Stoll und Reinhart Maag: Der Maler Christoph Iselin: Eine Monographie zum 70. Geburtstag. Riehen 1979.

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