Alice Balmer-von Tscharner

19032004

Alice Balmer-von Tscharner gründete 1926 mit der Malerin Clara Fehrlin das Berner Marionetten-Theater. Gemeinsam führten sie Puppenspiele mit eigens dafür angefertigten Marionetten auf. Balmer lebte während 26 Jahren in Riehen.

Tochter des August Albert Paul von Tscharner (Kaufmann, Direktor der Berner Alpenmilchgesellschaft) und der Theodora Lucia Ida, geborene Stürler. Heirat 1933 mit Johann (Hans) Wilhelm Balmer (Organist, Pianist). Zwei Kinder.

Alice von Tscharner wurde am 27. Februar 1903 im bernischen Konolfingen geboren und zog später mit ihrer Familie nach Gümligen bei Bern. Ihre Mutter Ida von Tscharner-Stürler förderte die künstlerischen Fähigkeiten ihrer Tochter schon früh. 1923 besuchte diese die Textil- und Webklasse an der Kunstgewerbeschule in Basel und hielt sich danach längere Zeit in Paris auf.

1926 gründete Alice von Tscharner mit der Schweizer Malerin und Bildhauerin Clara Fehrlin (1895–1985)  das Berner Marionetten-Theater. Die Marionetten stellten sie selber her. 1928 führten sie an der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA) in Bern zwei Marionettenspiele auf: das Kinderstück ‹Die drei Wünsche› und für das erwachsene Publikum ‹Gevatter Tod›. Danach inszenierten sie einige Stücke im Saal des Hotels Ratskeller. Die Inszenierung von ‹Gevatter Tod› 1933/34 war das letzte Stück des Berner Marionetten-Theaters. Von Tscharner heiratete am 5. Oktober 1933 den Basler Pianisten und Organisten Hans Balmer (1903–1996) und entschloss sich, ihren Wohnsitz nach Basel zu verlegen. Dort sorgte sie für die Erziehung und Betreuung ihrer zwei Kinder, übernahm die Organisation und Planung der Konzerttätigkeit ihres Ehemanns und pflegte Kontakte zu Musik- und Kunstschaffenden der Region Basel.

Nach der Pensionierung von Hans Balmer liess sich das Ehepaar 1973 in Riehen am Unteren Schellenberg nieder. Alice Balmer-von Tscharner verbrachte die letzten fünf Jahre ihres Lebens im Alters- und Pflegeheim Adullam in Basel. Dort starb sie am 1. März 2004 im Alter von 101 Jahren. Mit einem Legat ermöglichte sie die Gründung der Hans-Balmer-Stiftung zur Förderung junger Organistinnen und Organisten.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 28.4.2022

Fakten

Margaretha Alice
Balmer
27.02.1903 in Konolfingen (BE)
01.03.2004 in Basel
Bern, ab 1933 Basel und Lausen (BL)

Artikel

Archive

Universitätsbibliothek Basel

2 Briefe an Paul Boerlin: NL 373: C:I:10.

Burgerbibliothek Bern

Familienarchiv von Tscharner: Alice von Tscharner: FA von Tscharner B 56 (36).

Privates Familienarchiv

Lebenslauf von Alice Balmer-von Tscharner, erhalten von ihrem Sohn Frank Balmer.

Literatur

Ribi, Hana: Klara Fehrlin (geb. Schweizer). Künstlerisches Puppenspiel nach dem Ersten Weltkrieg – Schweiz. In: Wegner, Manfred (Hg.): Handbuch zum Künstlerischen Puppenspiel 1900–1945. Deutschland, Österreich, Schweiz. München 2019. S. 329–331.

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