Jahrbuch z’Rieche

Das Jahrbuch ‹z’Rieche› erschien erstmals 1961. Die von der Gemeinde Riehen unterstützte Publikation vereint Beiträge zu einer Vielzahl von zeitgenössischen, aber auch historischen Riehener Themen. Zudem liefert ein Chronikteil einen Überblick zu den wichtigsten Ereignissen des zurückliegenden Jahres.

Die Idee eines Jahrbuchs hatte der Buchhändler und Verleger Theo Schudel. Ihm fehlte in Riehen ein jährliches Kompendium der wichtigsten Ereignisse auf politischer und kultureller Ebene. Schudel gelang es, den Gemeinderat Hans Renk von seiner Idee zu überzeugen. Gemeinsam arbeiteten sie ein Konzept aus. Nach dem Vorbild des seit 1879 erscheinenden Basler Stadtbuchs strukturierten sie den Inhalt in einen Artikel- und in einen Chronikteil.

Die beiden konnten die Riehener Behörden für die Finanzierung des Jahrbuchs gewinnen. Die erste Ausgabe erschien im November 1961 unter dem Titel ‹z’Rieche. Ein heimatliches Jahrbuch›. Als Herausgeber fungierte der Verkehrsverein Riehen. Bis 1972 erschien das Jahrbuch im Verlag von Theo Schudel.

Die Gründung des Jahrbuchs fiel in eine Zeit, in der der Wunsch immer grösser wurde, sich gegenüber Basel als eigenständige Gemeinde zu positionieren. Riehen wuchs konstant und veränderte sich auf verschiedenen Ebenen stark. So entstanden beispielsweise neue Quartiere. Die Initianten wollten mit dem Jahrbuch Alteingesessene und Zugezogene einander näher bringen – durch Erinnerungen, Geschichten oder Porträts wichtiger Persönlichkeiten. Zudem wurden in der Chronik die wichtigsten Ereignisse im Jahreslauf festgehalten.

Über die Jahre konnten die Herausgeber einen festen Kreis von Autorinnen und Autoren gewinnen, die oft auch für die Riehener Zeitung schrieben. Von 1979 bis 1994 wurde die Redaktion von der Publizistin Lukrezia Seiler geleitet, die dem Jahrbuch selbst viele zeitgeschichtliche Beiträge beisteuerte.

1989 wurde die damals neu gegründete Stiftung z’Rieche Herausgeberin des Jahrbuchs.

2001 erschien das Buch erstmals unter dem neuen Namen ‹Jahrbuch z’Rieche›. Zudem kam es in neuem Format und neuer Gestaltung daher und vermehrt steuerten auch Mitglieder der Gemeindeverwaltung Artikel bei. 2011 lancierte das Riehener Jahrbuch einen Online-Auftritt mit den Volltexten aller Artikel bis auf die drei letzten Jahrgänge inklusive einer Suchfunktion, jedoch ohne Bilder.

Inhaltlich verschob die Herausgeberschaft den Fokus zunehmend auf soziale und kulturelle Themen. Seit 2000 beginnt jeder Band mit einem thematischen Schwerpunkt nebst den historischen und aktuellen Artikeln sowie der Chronik. 2017 wurde im Einwohnerrat Kritik geübt am Jahrbuch: Es diene nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck und sei zu teuer. Die Streichung der Gemeindemittel drohte. Anfang 2019 präsentierte die Herausgeberschaft ein neues Konzept, das den Ausbau der Online-Präsenz und der Chronik sowie die Anwerbung von Drittmitteln für die Finanzierung vorsah. In der Folge wurde zwischen der Gemeinde und der Stiftung z’Rieche für die Jahre 2019–2021 eine Leistungsvereinbarung abgeschlossen, die eine Kürzung der Gemeindebeiträge vorsieht. Damit war das Fortbestehen des Jahrbuchs vorerst gesichert. Seither wird das Jahrbuch auch durch Firmen, Vereine und Privatpersonen unterstützt.

Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 10.11.2022

Artikel

Jahrbuch Riehen

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Kaufmann, Gerhard: Kulturpreisträgerin 1988: Lukrezia Seiler-Spiess. In: Jahrbuch z’Rieche 1989. S. 114–119.

Krattiger, Hans: Eine Idee nimmt Gestalt an. Aus den Anfängen des Riehener Jahrbuches. In: Jahrbuch z’Rieche 1981. S. 6–12.

Seiler-Spiess, Lukrezia: Ein Buch und ein Dorf als Spiegelbild des tiefgreifenden Wandels. In: Jahrbuch z’Rieche 2000. S. 4–7.

Weitere Literatur

Meyrat, Sibylle: Kulturelle Vielfalt. In: Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 272–299, hier S. 295.

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