Bus

Für die Erschliessung Riehens durch den öffentlichen Verkehr sind die Buslinien von grosser Bedeutung, da die einzige Tramlinie am nordwestlichen Rand des Siedlungsgebiets verkehrt. Die ersten beiden Buslinien wurden 1930 in Betrieb genommen. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Riehener Busnetz wiederholt ergänzt und ausgebaut.

1925 bat ein Basler Grossrat die Regierung, eine Buslinie zwischen dem Badischen Bahnhof und Bettingen einzurichten. Diese Idee stiess bei den Basler Strassenbahnen (später: Basler Verkehrsbetriebe, BVB) auf wenig Begeisterung, da ein Grossteil dieser Strecke bereits durch die Tramlinie 6 abgedeckt war. Die Netzbetreiber plädierten für eine Buslinie vom Friedhof am Hörnli via Claraplatz zur Wiesenbrücke zwischen dem Riehenring und der Hochbergstrasse in Basel. 1929 beschloss das Basler Parlament, beide Linien einzurichten, sechs Autobusse zu kaufen und eine Garage mit Werkstatt bauen zu lassen. Es folgten weitere Linien, die vorwiegend über städtischen Boden führten.

Ab dem 26. Mai 1930 fuhr die Linie A von Kleinhüningen zum Friedhof Hörnli und die Linie B verkehrte zwischen dem Claraplatz und Bettingen. Die Linienführung wurde immer wieder korrigiert. Während des Zweiten Weltkriegs war der Betrieb stark eingeschränkt, unter anderem wegen Treibstoffknappheit. Da gleichzeitig genügend elektrische Energie vorhanden war, wurde ein Teil des Netzes auf Trolleybus-Betrieb umgestellt, so auch die Linie A auf dem Abschnitt zwischen dem Claraplatz und dem Hörnli.

Nach dem Krieg normalisierte sich der Betrieb langsam. Die Linien A und B wurden 1948 umbenannt: Die Buslinie zum Hörnli wurde zur Linie 31, jene nach Bettingen zur Linie 32. Im selben Jahr konnte die Linie 34 zwischen dem Claraplatz und der Käferholzstrasse eröffnet werden. Diese wurde ab 1956 mit einem Trolleybus bedient und 1973 bis Habermatten verlängert. Zudem entstand die Linie 35 zwischen dem Hörnli und der Morystrasse; sie wurde 1979 auf der einen Seite bis an die Tramlinie 6 und auf der anderen bis zum Steingrubenweg, später gar bis zum Inzlinger Zoll verlängert. Zudem kamen wendige Kleinbusse zum Einsatz. Diese Linie wurde von der Gemeinde Riehen gemeinsam mit den BVB finanziert. Kurz darauf nahm die Linie 45 als zweite Kleinbuslinie den Betrieb auf: Sie verkehrte zwischen den Habermatten und dem Lachenweg; mittlerweile wurde sie bis zum Chrischonaweg verlängert. Betrieben wurden die beiden Kleinbuslinien bis 2000 von einer privaten Firma, danach übernahm die BVB den Betrieb.

2008 wurde die bestehende Linie 38, die zwischen der Schifflände und Allschwil verkehrte, zu einer internationalen Durchmesserlinie ausgebaut. Die Buslinie führt seither von Allschwil bis nach Grenzach-Wyhlen und wird von der BVB gemeinsam mit der Südbadenbus GmbH betrieben.

2013 nahmen die BVB die Linie 43 in Betrieb, die vom Claraplatz via Riehen bis nach Bettingen fuhr. 2016 wurde die Linienführung angepasst: Sie verbindet nun den Bahnhof SBB mit Bettingen.

Im neuen Jahrtausend verschwanden die Trolleybusse zugunsten von Diesel- und später von Elektro-Bussen. Die Linienführung in Riehen wurde teilweise leicht angepasst.

Für die Erschliessung Riehens durch den öffentlichen Verkehr sind die Buslinien bis in die Gegenwart von grosser Bedeutung, da die einzige Tramlinie am Rand des Siedlungsgebiets verkehrt.

Deutsche Buslinien in Riehen

Bereits 1932 fuhren Busse eines deutschen Privatunternehmens von der Weilstrasse in Riehen über Weil am Rhein nach Kleinhüningen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Betrieb eingestellt und 1949 wieder aufgenommen. 1956 übernahm die Stadt Weil den Betrieb, 1978 ging die Linie an die Südwestdeutsche Eisenbahngesellschaft (SWEG) über. 1980 wurde die Linie von Riehen nach Lörrach verlängert und erhielt die Bezeichnung 6/16. Seither endet sie in Weil am Rhein und nicht mehr in Kleinhüningen.

Ebenfalls 1980 wurde die ehemalige Weiler Buslinie 3 (damals: 3Ü) von Inzlingen bis nach Riehen an die Weilstrasse verlängert. Auch die Südbadenbus-Linie 7301 fährt von Rheinfelden (D) via Grenzach-Wyhlen über Riehen nach Lörrach.

Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 28.6.2022

Artikel

Literatur

Weitere Literatur

Madörin, Dominik: Das Rollmaterial der Basler Verkehrs-Betriebe. Freiburg i. Br. 2003. S. 253–256.

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 184–187.

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