Wolfgang Wenk

19061972

Der Bauunternehmer und Architekt Wolfgang Wenk war von 1945 und 1970 Gemeindepräsident von Riehen. Er gestaltete in einer Zeit starken Bevölkerungswachstums die Entwicklung der Gemeinde wesentlich mit.

Sohn des Otto Wenk (1872–1935) und der Mathilde Margaretha, geborene Faber (1878–1941). Erste Heirat 1937 mit Irma Scherrer (1909–1956). Ein Sohn. Zweite Heirat 1957 mit Myrtha Isabella Haller, geschiedene Rathgeb (1917–?). Scheidung 1958. Keine Kinder. Dritte Heirat 1960 mit Anita Ursulina Kuhn (1923–?), verwitwete Flubacher, geschiedene Cramer. Keine gemeinsamen Kinder.

Herkunft und Ausbildung

Wolfgang Wenk wurde am 10. September 1906 in Riehen geboren als ältester Sohn des Architekten und Baumeisters Otto Wenk und dessen Ehefrau Mathilde Margaretha, geborene Faber. Die Familie Wenk gehörte zu den alteingesessenen Riehener Geschlechtern und spielte über Generationen hinweg in der Gemeinde eine bedeutende gesellschaftliche und politische Rolle. Sein Vater war wenige Monate vor Wolfgangs Geburt zum Gemeindepräsidenten gewählt worden, seine Mutter stammte aus Basel.

Wolfgang wuchs zusammen mit zwei älteren und zwei jüngeren Schwestern sowie einem jüngeren Bruder in einem Haus an der Bahnhofstrasse 48 auf, das sein Vater erbaut hatte und das dieser später mehrfach erweiterte.

Nach dem Besuch der Primarschule am Erlensträsschen sowie der Unteren und Oberen Realschule in Basel machte Wenk zunächst ein Praktikum in der von seinem Vater mitbegründeten und mitgeleiteten Firma Burckhardt, Wenk & Cie. Anschliessend absolvierte er die Rekrutenschule und die Offiziersschule, bevor er von 1928 bis 1932 Architektur an der Technischen Hochschule Berlin und danach an der École des Beaux-Arts in Paris studierte.

Berufliche Tätigkeit

1933 trat Wolfgang Wenk als Architekt in die Firma Burckhardt, Wenk & Cie. ein, wo er vor allem Einfamilienhäuser in Riehen und der Region Basel entwarf. Bereits ein Jahr später wurde er zum Prokuristen befördert. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 1936 dessen Stellung als Teilhaber und leitete fortan die Bauabteilung des Unternehmens. Während des Zweiten Weltkriegs leistete er ‹Aktivdienst› als Kompagniekommandant bei den Pontonieren.

Aus der 1951 erfolgten Aufspaltung von Burckhardt, Wenk & Cie. ging die Baufirma Wenk & Cie. hervor, die Wolfgang Wenk gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Siegfried leitete. Daneben engagierte er sich in den Verwaltungen mehrerer Wohngenossenschaften und der Pax Lebensversicherungs-Gesellschaft sowie in den Verwaltungsräten verschiedener Immobilien- und Transportunternehmen.

Eigene Familie und Eigenheim

Am 25. Oktober 1937 heiratete Wolfgang Wenk Irma Scherrer. Das Ehepaar bezog einen von Wenk selbst entworfenen Neubau an der Wettsteinstrasse 33, nachdem er zuvor noch im Elternhaus gewohnt hatte. Am 29. August 1945 wurde der gemeinsame Sohn Daniel Otto Albert geboren. Irma Wenk-Scherrer, die bereits seit längerer Zeit gesundheitlich angeschlagen gewesen war, starb am 8. Februar 1956.

Am 17. Juni 1957 heiratete Wenk in zweiter Ehe Myrtha Isabella Haller, geschiedene Rathgeb. Die Ehe wurde jedoch bereits nach einem Jahr geschieden. Am 12. Februar 1960 schloss er eine dritte Ehe mit Anita Ursulina Kuhn, verwitwete Flubacher, geschiedene Kramer, die eine Tochter mit in die Ehe brachte.

Politische Laufbahn

Obwohl Wolfgang Wenk zuvor nicht dem Dorfparlament angehört hatte, wurde er im Februar 1936 als Vertreter der Liberaldemokratischen Partei in einer Kampfwahl gegen den offiziellen Kandidaten der Bürgerlichen Vereinigung in den Gemeinderat gewählt. Im September 1945 bestimmten ihn die Stimmbürger wiederum in einer Kampfwahl zum Gemeindepräsidenten.

Wenk wurde in der Folge sechsmal im Amt bestätigt; er präsidierte die Gemeindeexekutive– in Personalunion mit dem Bürgerratspräsidium – bis zu seinem Rücktritt auf Ende April 1970 insgesamt 25 Jahre lang. Seine Amtszeit fiel in eine Phase starken Bevölkerungswachstums, in der er die Entwicklung Riehens wesentlich mitprägte, unter anderem durch die Neugestaltung des Dorfkerns.

Von 1949 bis 1968 gehörte Wenk zudem dem Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt an, wo er sich insbesondere für die Interessen Riehens einsetzte. 1960 wurde er in den Verfassungsrat gewählt, der im Hinblick auf die geplante, später vom Stimmvolk abgelehnte Wiedervereinigung der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft eingesetzt worden war. Darüber hinaus wirkte er im Vorstand verschiedener gemeinnütziger Stiftungen mit.

Alpinismus, Aviatik, Fotografie und Film

Neben seiner beruflichen und politischen Tätigkeit widmete sich Wolfgang Wenk mit grosser Leidenschaft dem Bergsteigen und der Fliegerei. 1935 nahm er bei Charles Koepke Flugunterricht und erwarb im folgenden Jahr das Flugbrevet. 1950 folgte die Berufspilotenlizenz, 1954 der Ausweis als Bordtelefonist. Von 1948 bis 1953 präsidierte Wenk die Sektion Basel des Aero-Clubs der Schweiz und von 1950 bis 1962 war er zudem Vizepräsident des Direktionskomitees. Darüber hinaus gehörte er dem Verwaltungsrat der Fluggesellschaft Balair AG an.

In seiner Freizeit unternahm Wenk regelmässig Flüge über die Alpen und in ferne Länder, insbesondere nach Afrika. Dabei fertigte er regelmässig Fotografien und Filmaufnahmen an, darunter auch Luftbilder seiner Heimatgemeinde Riehen.

Am 10. Oktober 1972 verunglückte Wolfgang Wenk bei einem Flug über dem Monte-Rosa-Massiv tödlich, als sein Flugzeug auf dem Grenzgletscher in einer Höhe von über 3700 Metern zerschellte. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Gottesacker Riehen.

Autorin / Autor: Stefan Hess | Zuletzt aktualisiert am 16.7.2026

Fakten

Wolfgang
Wolfgang Otto Johannes
Wenk
Wenk-Scherrer-Haller-Kuhn
Wolf Wenk
10.09.1906 in Riehen
10.10.1972 in beim Monte Rosa (VS)
Riehen

Artikel

Jahrbuch z’Rieche

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Martin, Christoph: Wolfgang Wenk als Luftphotograph. In: Jahrbuch z’Rieche 1975. S. 36–39.

Raith, Michael: Zweihundert Jahre gelebte Demokratie. In: Jahrbuch z’Rieche 1999. S. 4–37, hier S. 32–34, 36.

Wanner, Gustaf Adolf: Wolfgang Wenk zum Gedenken. In: Jahrbuch z’Rieche 1973. S. 77–79.

Weitere Literatur

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2., überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 215.

Trauerfeier in der Dorfkirche in Riehen am 16. Oktober 1972. O.O., o.J. 

Vögelin, Hans Adolf: Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart (1798–1970). In: Bruckner, Albert et al.: Riehen – Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972. S. 319–410, hier S. 356, 359, 387, 404, 407.

 

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