Michael Raith

19442005

Michael Raith war von 1998 bis zu seinem Tod 2005 Riehener Gemeindepräsident. Der Theologe, Historiker und Politiker arbeitete zur Riehener Dorf- und Familiengeschichte und wurde dafür 1991 mit dem Riehener Kulturpreis ausgezeichnet.

Sohn des Michael Anton Raith (1909–1944) (Konditormeister, Gewerbeschullehrer) und der Eleonore Marguerite, geborene Bandle (1911–1980). Heirat 1969 mit Franziska Helene Leber (Kindergärtnerin) (Scheidung 1983). Zwei Kinder.

Michael Raith kam am 12. Januar 1944 in Basel zur Welt. Er wuchs mit seiner Mutter und den vier älteren Geschwistern am Grenzacherweg 255 in Riehen auf. Sein aus Deutschland stammender Vater war während des Zweiten Weltkriegs in die Wehrmacht eingezogen und kurz nach Raiths Geburt für verschollen erklärt worden.

Nach der Primarschule in Riehen besuchte Raith in Basel zunächst das Humanistische Gymnasium, ab 1955 für ein Jahr das Realgymnasium, dann die Realschule in Riehen. Von 1960 bis 1963 machte er in Berlin eine Lehre als Buchhändler. Zurück in der Schweiz, absolvierte er die Ausbildung zum Theologen an der Kirchlich-Theologischen Schule und wurde 1972 als Pfarrer ordiniert. Danach arbeitete er am Aufbau der Dargebotenen Hand (Telehilfe 143) mit, die er 20 Jahre lang leitete. Von 1983 bis 1998 wirkte er als Feldprediger auf dem Waffenplatz Liestal und von 1993 bis 1998 als Gefängnisseelsorger. Zudem unterrichtete er an der Kirchlich-Theologischen Schule.

1970 wurde Michael Raith für die Vereinigung Evangelischer Wähler (VEW) in den Weiteren Gemeinderat (später Einwohnerrat) gewählt. Er blieb bis 1994 Mitglied des Weiteren Gemeinderats, den er 1990/91 präsidierte. Von 1973 bis 1979 und von 1988 bis 1998 gehörte Raith dem Grossen Rat des Kantons Basel-Stadt an, 1995/96 als Grossratspräsident. 1994 wurde Raith in den Gemeinderat von Riehen gewählt, von 1998 bis 2005 war er Gemeindepräsident.

Neben seiner beruflichen und politischen Tätigkeit schrieb Michael Raith allgemeine kirchengeschichtliche Aufsätze sowie zahlreiche Texte zur Riehener Dorf-, Kirchen- und Familiengeschichte, die er unter anderem in der ‹Riehener Zeitung› und im ‹Jahrbuch z’Rieche› veröffentlichte. 1980 kam seine ‹Gemeindekunde Riehen› heraus, die bereits acht Jahre später in einer zweiten, überarbeiteten Auflage erschien. Für seinen umfassenden Beitrag zur Vermittlung der Dorfgeschichte wurde Raith 1991 mit dem Kulturpreis Riehen ausgezeichnet. Zudem erhielt er für seine wissenschaftlichen Verdienste den Johannes-Oekolampad-Preis der Universität Basel, den Leonhard-Euler-Preis und den Hebeldank des Hebelbunds Lörrach.

Michael Raith starb am 11. Juni 2005 im Amt als Gemeindepräsident an einem Herzstillstand. Er ist auf dem Gottesacker Riehen bestattet.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 9.8.2022

Fakten

Michael
Raith
12.01.1944 in Basel
11.06.2005 in Pratteln
Basel, ab 1971 Riehen

Artikel

Jahrbuch Riehen

Werke (Auswahl)

Michael Raith hat ein umfangreiches Werk hinterlassen, darunter zahlreiche Beiträge im ‹Jahrbuch z’Rieche›.

Als Überblickswerk zu Riehen wird hier hervorgehoben:

Gemeindekunde Riehen. 1. Auflage. Riehen 1980. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988.

Archive

Schweizer Wirtschaftsarchiv

Dokumentensammlung Raith Michael (1944–2005). 1977–2005: SWA Biogr. Raith, Michael.

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Hartmann, Rolf: Kulturpreisträger 1991 Michael Raith. In: Jahrbuch z’Rieche 1992. S. 117–121.

Raith, Noemi und Michael Raith jun.: Dem Gemein(de)wohl verpflichtet – Michael Raith (1944–2005). In: Jahrbuch z’Rieche 2005. S. 155–163.

Weitere Literatur

Osswald, Franz: Ein Leben für ‹sein Dorf›. Ein Nachruf auf den Riehener Gemeindepräsidenten Michael Raith. In: Basler Stadtbuch 2005. S. 120–122.

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