Maria Vetter-Baumann

18661960

Die in Riehen aufgewachsene Maria Vetter-Baumann baute gemeinsam mit ihrem Ehemann Jakob Vetter die Deutsche Zeltmission auf. Nach seinem Tod verwirklichte sie mit der Gründung der Adullam-Stiftung seine Idee eines Heimes für mittellose alte Menschen.

Tochter des Jakob Baumann (Primarlehrer, Prediger) (1836–1905) und der Anna Maria, geborene Stump (1834–1890). Heirat 1906 mit Jakob Vetter (Erweckungsprediger, Begründer der kontinentaleuropäischen Zeltmission). Eine Tochter.

Maria Baumann kam 1866 als eine von vier Töchtern des Lehrers Jakob Baumann in Riehen zur Welt. 1906 verheiratete sie sich in Clafeld (D) mit Jakob Vetter (1872–1918), der während vier Jahren in der Pilgermission St. Chrischona unter anderem bei ihrem Vater eine Ausbildung zum Prediger absolviert hatte. 1908 kam ihre Tochter Maria Berta Emma zur Welt. 1912 kehrte die Familie Vetter nach einigen Jahren, die sie dem Aufbau der Deutschen Zeltmission gewidmet hatte, nach Riehen zurück und liess sich am Erlensträsschen 14 (heute 44) nieder.

Maria Vetter-Baumann schrieb im Rahmen ihrer Missionstätigkeit einige Liedtexte: In der Sammlung ‹Sieges-Lieder›, findet sich das Lied ‹Nicht sehen und doch glauben›, das ihr zugeschrieben wird.

Am 4. April 1919 gründete sie die Adullam-Stiftung, deren Zweck es war, alleinstehenden, mittellosen älteren Menschen ein Heim zu geben. Diese Idee stammte von ihrem 1918 vermutlich an den Folgen der Spanischen Grippe verstorbenen Mann, der im Rahmen seiner Missionstätigkeit begonnen hatte, Geld dafür zu sammeln. Neun Jahre nach der Gründung hatten Vetter-Baumann und eine kleine Kommission genügend Geld beisammen, um an der Missionsstrasse 20 in Basel ein Altersheim mit 16 Betten zu eröffnen.

An ihrem 90. Geburtstag 1956 wurde sie in der ‹Riehener Zeitung› als älteste Bewohnerin der Gemeinde gefeiert. Maria Vetter-Baumann starb 1960 im Alter von 93 Jahren in Riehen. Sie ist bestattet auf dem Gottesacker Riehen.

Autorin / Autor: Isabel Koellreuter | Zuletzt aktualisiert am 11.8.2022

Fakten

Maria
Vetter
01.11.1866 in Riehen
22.01.1960 in Riehen
Riehen (1866–1906, 1920–1960)
Deutschland (1906–1920), Schweiz

Artikel

Jahrbuch Riehen

Werke (Auswahl)

Nicht sehen und doch glauben. (Liedtext wird Maria Vetter zugeschrieben.) In: Sieges-Lieder für die Versammlungen der Deutschen Zelt-Mission. Geisweid 1911.

Evangelist Jakob Vetter. Ein Lebensbild. Geiswaid 1922.

Jakob Vetter. Ein Bahnbrecher neuer Volksmission: Ein Lebensbild gezeichnet von seiner Gattin Maria Vetter. Kreuzlingen 1934.

Trost und Kraft aus dem Heiligtum. Zusammengestellt von Maria Vetter. 1945.

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Bachofner, Alice: Riehener Kindheit vor 70 Jahren. In: Jahrbuch z’Rieche 1984. S. 163–174.

Spriessler-Brander, Rolf: Blech pur von Kirchenlied bis Jazz. In: Jahrbuch z’Rieche 2013. S. 108–113.

Spriessler-Brander, Rolf: Zwei Alterswerke erfinden sich neu. In: Jahrbuch z’Rieche 2017. S. 84–93.

Weitere Literatur

Engagiert für Menschen seit 1919. Adullam Stiftung. Jubiläumsschrift. Basel 2019. URL: www.adullam.ch/fileadmin/adullam.ch/user_upload/redaktion/badge/WEB_Adullam_Stiftungsbroschuere_ES.pdf (21.08.2020).

Fink, Christian: Maria Vetter-Baumann: Eine Frau der Tat. In: Basler Zeitung, 15.06.2019.

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