Fritz Lehmann

19222017

Der in Riehen wohnhafte Historiker und Gymnasiallehrer Fritz Lehmann baute ab 1960 das Historische Grundbuch der Gemeinde auf und war von 1967 bis 1979 Redaktionsmitglied des ‹Riehener Jahrbuchs›.

Sohn des Friedrich Lehmann (Gymnasiallehrer, Rektor) und der Antonie, geborene Schatz. Heirat 1957 mit Eva Jichlinski (Apothekerin). Zwei Söhne.

Fritz Lehmann kam 1922 in Rüsselsheim im deutschen Bundesland Hessen zur Welt. 1933 wurde sein Vater wegen seiner kritischen Einstellung gegenüber dem Nationalsozialismus von Rüsselsheim nach Heppenheim versetzt, einer Kleinstadt in der Nähe von Heidelberg. Dort besuchte Lehmann das Gymnasium, das er 1940 mit dem Abitur abschloss. Danach wurde er als Soldat in die Wehrmacht eingezogen. Nach Kriegsende studierte er Geschichte und Geografie in Heidelberg. Er schloss sein Studium mit dem Lehramt ab und arbeitete danach als Lehrer in Hessen.

Am 29. Juli 1957 heiratete er die Apothekerin Eva Jichlinski, die er 1954 auf einer Reise nach Paris kennengelernt hatte. Jichlinski, ursprünglich aus Genf, zog zunächst nach Basel, um näher bei ihrem Verlobten zu wohnen. 1958 fand Lehmann eine Stelle am Wirtschaftsgymnasium Lörrach. Das Paar zog nach Riehen, zunächst an die Oberdorfstrasse, 1969 an den Meierweg.

1961 war Lehmann an der Gründung des ‹Riehener Jahrbuchs› beteiligt. Sein Interesse galt insbesondere der Geschichte diverser Bauten, über die er für das Jahrbuch verschiedene Artikel schrieb. Lehmann war von 1967 bis 1979 Mitglied der Redaktionskommission.

Bereits 1960 hatte Lehmann begonnen, ein umfassendes Historisches Grundbuch der Gemeinde Riehen zu erstellen. Dafür erfasste er in freiwilliger Arbeit sämtliche Archivalien und Dokumente, die Informationen zur Geschichte des Riehener Dorfkerns vor 1930 beinhalten. Parallel dazu legte er eine Kartei mit allen Personen an, die zwischen dem 15. und dem 19. Jahrhundert in den dokumentierten Häusern gelebt hatten.

Lehmann gehörte der Redaktionskommission der 1972 publizierten Festschrift ‹Riehen, Geschichte eines Dorfes› an, für die er auch einen Beitrag verfasste. Zudem war er Mitglied im Vorstand des Heimatschutzes Riehens.

Fritz Lehmann starb am 25. Mai 2017 in Riehen.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 21.7.2022

Fakten

Friedrich Jakob Heinrich
Lehmann
25.04.1922 in Rüsselsheim (D)
25.05.2017 in Riehen
Deutschland

Artikel

Jahrbuch Riehen

Werke (Auswahl)

(Mit Frey, Lucas) Die Sarasinschen Güter in Riehen. In: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde 66 (1966). S. 157–226.

Unter der Herrschaft der «Gnädigen Herren» von Basel (1522–1798). In: Bruckner, Albert et al. (Hg.): Riehen – Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972. S. 267–318.

(Mit) Kaspar, Albin et al.: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft I. Riehen 1996.

Artikel von Fritz Lehmann im Jahrbuch z’Rieche

Die Aufzeichnungen des letzten Riehener Untervogts Johannes Wenk-Roth im Meyerhof. In: Jahrbuch z’Rieche 1964. S. 37–70.

Von den Sarasinschen Gütern in Riehen und ihren Bewohnern. In: Jahrbuch z’Rieche 1966. S. 25–43.

Das Klösterli in Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1970. S. 32–41.

Aus der Geschichte des Wettsteinhauses zu Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1972. S. 7–25.

Der Giggishans in alter Schönheit. In: Jahrbuch z’Rieche 1972. S. 61–64.

Johann Rudolf Wettsteins Neue Behausung zu Riehen, das alte Meigelsche Landgut. In: Jahrbuch z’Rieche 1976. S. 26–56.

Item ein Hoffstatt nidwendig dem kilchhoff. In: Jahrbuch z’Rieche 1979. S. 65–77.

Das Haus Rössligasse 40. In: Jahrbuch z’Rieche 1981. S. 13–34.

Das alte Wirtshaus zu Dreikönig. In: Jahrbuch z’Rieche 1984. S. 71–93.

Hus by der Dorflinde. In: Jahrbuch z’Rieche 1988. S. 5–18.

Eigentümer der Häuser Baselstrasse 60 und Rössligasse 7. In: Jahrbuch z’Rieche 1992. S. 27–29.

Eigentümer des Hauses Rössligasse 19. In: Jahrbuch z’Rieche 1993. S. 172–175.

Archive

Staatsarchiv Basel-Stadt

Sammlung biographischer Zeitungsausschnitte: 3 Zeitungsartikel.

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Kaspar, Albin: Unermüdlicher Sammler und Erforscher der Riehener Geschichte. In: Jahrbuch z’Rieche 2017. S. 116–121.

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