Eugen Wullschleger

18621931

Eugen Wullschleger war eine führende Figur der Basler Arbeiterbewegung und Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz.

Er war der erste sozialdemokratische Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt und zudem Gross-, National- und Ständerat sowie Weiterer Gemeinderat von Riehen.

Sohn des Sigmund (Blattmacher) und der Emilie, geborene Diebold. Heirat 1894 mit Emma Gabelmann (1867–1928).

Eugen Wullschleger kam 1862 in Basel zur Welt. Nach der Primarschule besuchte er das Gymnasium am Münsterplatz. Anschliessend machte Wullschleger eine Ausbildung zum Kaufmann. Während seiner ersten Anstellung als Kommis in Bern trat er dem Grütliverein bei. Zurück in Basel, wurde Wullschleger 1883 Mitglied der Basler Sektion des Grütlivereins. 1886 war er an der Gründung des zweiten Basler Arbeiterbunds beteiligt. Im selben Jahr wurde er als erster Vertreter der Arbeiterorganisation in den Basler Grossen Rat gewählt. 1887 übernahm er die Redaktion des ‹Arbeiterfreundes›, dem Vorgänger des Basler ‹Vorwärts›.

1888 war Eugen Wullschleger Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP), die er von 1891 bis 1893 präsidierte. 1896 schaffte er als erstes Basler SP-Mitglied die Wahl in den Nationalrat. 1902 wurde Wullschleger als erster Sozialdemokrat in den Basler Regierungsrat gewählt. In dieser Funktion trug er unter anderem zur Errichtung einer staatlichen Arbeitslosenkasse und zur Subventionierung privater Arbeitslosenkassen bei.

Ausserdem war er Zentralsekretär des Grütlivereins und des Verbands eidgenössischer Post-, Telegraphen- und Zollangestellter (später PTT-Union). Von 1912 bis 1917 gehörte Wullschleger erneut dem Nationalrat an und von 1920 bis 1931 dem Basler Grossen Rat.

Wullschleger zog 1921 nach Riehen, wo er drei Jahre später in den Weiteren Gemeinderat, den heutigen Einwohnerrat, gewählt wurde und dessen konstituierende Sitzung als Alterspräsident eröffnete. Von 1925 bis 1928 vertrat er als erster Sozialdemokrat den Kanton Basel-Stadt im Ständerat.

Eugen Wullschleger starb am 30. August 1931 in Riehen.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 21.5.2022

Fakten

Eugen
Wullschleger
08.01.1862 in Basel
30.08.1931 in Riehen
Vordemwald (AG), ab 1904 Basel

Artikel

Jahrbuch Riehen

Werke (Auswahl)

Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung in Basel. Vortrag, gehalten in den Volksbildungskursen des Arbeiterbundes. Zürich 1912.

Die Kranken-Fürsorge in den Kantonen und Gemeinden. Referat. Zürich 1912.

Die Sozialdemokratie, was sie ist und was sie will. Eine Schrift zur Aufklärung. Hg. vom Parteikomitee der Sozialdemokratischen Partei Basel. 2. unveränderte Aufl. Basel 1914.

Die Stadt Basel, ihre Verwaltung, ihre politischen und sozialen Einrichtungen. Basel 1912.

Zur Frage der Ausländer-Einbürgerung. Basel 1916.

Archive

Schweizer Wirtschaftsarchiv

Wullschleger Eugen (1862–1931). Dokumentensammlung 1931–1941: SWA Biogr. Wullschleger, Eugen.

Staatsarchiv Basel-Stadt

Nachruf Eugen Wullschleger, 1931: PA 753 7.1.

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Raith, Michael: Zweihundert Jahre gelebte Demokratie. In: Jahrbuch z’Rieche 1999. S. 4–37, hier S. 20, 28.

Weitere Literatur

Baumeister, Miriam: Die Ursprünge der Basler SP. In: Verein Geschichte der Basler Sozialdemokratie (Hg.): 125 Jahre Basler Sozialdemokratie. Ein Lesebuch. Basel 2016. S. 20–23.

Degen, Bernard: Eugen Wullschleger. In: Historisches Lexikon der Schweiz. URL: www.hls-dhs-dss.ch/de/articles/004778/2013-11-26/ (22.11.2021).

Egli, Bernhard: Eugen Wullschleger, erster sozialdemokratischer Regierungsrat im Kanton Basel-Stadt. Eine Untersuchung seiner Stellung und Arbeit in den Arbeitskämpfen in den Jahren 1902 bis zum Ersten Weltkrieg. Unveröffentlichte Lizentiatsarbeit, Universität Basel, 2000.

Haeberli, Wilfried: Die Geschichte der Basler Arbeiterbewegung von den Anfängen bis 1914. Bd. 2. Basel 1987.

Verein Geschichte der Basler Sozialdemokratie (Hg.): 125 Jahre Basler Sozialdemokratie. Ein Lesebuch. Basel 2016.

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