Dorothea Huegin-Straumann

19282018

Die Künstlerin Dorothea Huegin-Straumann lebte und arbeitete ab 1959 in Riehen. Der Kunst Raum Riehen wurde 1998 mit einer Ausstellung von Dorette Huegin eröffnet.

Tochter des Roland Straumann (Arzt, Unternehmer, Politiker) und der Emilie Lili, geborene Beck. Heirat 1949 mit Werner Reinhard Hügin (Anästhesist). Eine Tochter.

Dorothea Straumann wurde am 10. Juli 1928 in Waldenburg (BL) geboren. Hier wuchs sie zusammen mit ihren fünf Geschwistern auf. Nach der Primar- und Bezirksschule in Waldenburg besuchte sie das Mädchengymnasium in Basel.

1947 reiste sie auf Wunsch ihrer Eltern für einen Sprachaufenthalt nach Paris. Während des eineinhalbjährigen Aufenthalts in der französischen Hauptstadt beschäftigte sie sich aber vor allem mit Malerei: Sie studierte an der Académie des Beaux-Arts, an der Académie Julian, an der École du Louvre und beim französischen Maler und Bildhauer Fernand Léger (1881–1955).

Am 7. November 1949 heiratete Straumann den Anästhesisten und Mitbegründer der Basler Schmerzklinik Werner Hügin (1918–2001). 1950 bekamen sie eine gemeinsame Tochter. 1959 verlegte die Familie ihren Wohnsitz nach Riehen an den Ausserberg 15, wo Huegin-Straumann auch ihr Atelier hatte.

Ausstellungstätigkeit

1957 konnte Huegin-Straumann erstmals einige Werke in Basel ausstellen. Im Jahr darauf waren Bilder von ihr an der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit Saffa in Zürich zu sehen. Zudem war sie 1964 an der Expo in Lausanne mit Werken vertreten. Weitere Ausstellungen folgten 1972 im Gemeindehaus Riehen, 1980 an der Kunstmesse Art in New York und in der Galerie Riehentor von Trudl Bruckner-Watzlawick (1916–2018). Am 3. April 1998 eröffnete Huegin-Straumann mit einer Werkausstellung den Kunst Raum Riehen im Berowergut.

Werk

Huegin-Straumann malte grossformatige Bilder und Wandgemälde. Sie schuf auch Glasgemälde, Siebdrucke und Collagen. Ihre Motive sind Landschaften, Räume, Blumen, Steine und Stadtansichten. Schwungvolle Pinselstriche, klare Bildkompositionen und flächig aufgetragene Farben sind charakteristisch für Huegin-Straumanns Werk.

Ende der Fünfzigerjahre malte sie, beeinflusst von ihrem französischen Lehrer Léger, surrealistische und abstrakte Bilder. In den Achtzigerjahren wurde ihr Stil naturalistischer. Sie arbeitete mit architektonischen Elementen und kreierte damit szenische Bildräume.

Neben der Malerei war Huegin-Straumann auch literarisch tätig und veröffentlichte 1983 einen Gedichtband.

Dorette Huegin-Straumann starb am 12. Juni 2018 in Riehen.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 23.8.2022

Fakten

Dorothea
Huegin
10.07.1928 in Waldenburg (BL)
12.06.2018 in Riehen
Basel, Waldenburg (BL)

Artikel

Jahrbuch Riehen

Werke (Auswahl)

Literarische Werke

Gesüsster Wind – Gedichte. Basel 1983.

Jugenderinnerungen an die Krisenjahre. Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, 1. September 1939. In: René Salathé (Hg.): Jugendjahre in der Nordwestschweiz 1930–1950. Basel 2012. S. 64–77.

Kunstwerke (Auswahl)

Die Gemeinde Riehen ist im Besitz von vier Kunstwerken von Dorette Huegin:

Fleur réfractée. Siebdruck, 1972.

Abschied vom Lande. Papier, Acryl, 1993.

Summermaie. 2002.

Zeichenblock. Acryl.

Sammlung Schweizerische National-Versicherungs-Gesellschaft Basel

Peinture 97. Acryl, 1969.

Stillleben mit Fruchtschale. Acryl, 1979.

Archive

Dokumentationsstelle Riehen

Dossier. Dorette Hügin 1983: RIE A.1 350.2.12 / b. 24., b. 77. Schutzfrist: 31.12.2028.

Staatsarchiv Basel-Stadt

Foto Riehener Kunstmaler, Ausstellung: BSL 1013 1-5615.

Sammlung biographischer Zeitungsauschnitte: 4 Zeitungsartikel.

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Hauser-Schäublin, Brigitta: Blick in die lichte Ferne: Dorette Huegin. In: Jahrbuch z’Rieche 1988. S. 80–89.

Monteil, Annemarie: Lebensmelodie malen. In: Jahrbuch z’Rieche 2018. S. 112–117.

Weitere Literatur

Huegin, Dorette. In: SIKART. Lexikon zur Kunst in der Schweiz. URL: www.sikart.ch/kuenstlerinnen.aspx?id=4000783 (22.11.2021).

Ingold, Felix Philipp: Retrospekulative. Dorette Huegin. Basel 1980.

Seiler-Michalitsi, Kiki: Dorette Huegin. Das Licht der Farben und Schatten. Ausstellungskatalog des Kunst Raum Riehen. o. O. 1998.

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