Sarasinpark

Baselstrasse, Rössligasse, Inzlingerstrasse

Der Sarasinpark liegt nördlich des historischen Dorfkerns von Riehen. Entstanden ist er zwischen 1812 und 1868 aus der Vereinigung der Gartenanlagen der drei Sarasin’schen Güter. Der seit 1976 öffentlich zugängliche Park besticht durch seinen vielfältigen Baumbestand.

Der Sarasinpark liegt zwischen der Baselstrasse, der Inzlingerstrasse und der Rössligasse im nördlichen Teil von Riehen. Zusammen mit dem Landschaftspark Lange Erlen und der Parkanlage des Wenkenhofs gehört er zu den grössten öffentlichen Grünanlagen der Gemeinde.

Zwischen 1812 und 1868 wurden die Gartenanlagen des Le Grand’schen, des Elbs-Birr’schen und des Werthemann-Stähelin’schen Landguts zusammen mit mehreren Bauerngütern etappenweise zum heutigen Sarasinpark verbunden. Verantwortlich für die Vereinigung der Gärten waren Benedikt Bischoff-Frey (1769–1836) und sein Sohn, der Ratsherr Hieronymus Bischoff-Respinger (1795–1870). Bischoff-Respinger gehörten ab 1868 alle drei grossbürgerlichen Landsitze. In Anlehnung an die letzten Privateigentümer des Anwesens, seine Adoptivtochter Johanna Maria Magdalena (1841–1927) und ihren Ehemann Theodor Sarasin-Bischoff (1838–1909), werden die drei Landgüter auch als Sarasin’sche Güter bezeichnet. Daraus leitet sich der Name des Parks ab. Seit 1976 ist der Park vollumfänglich im Besitz der Gemeinde und öffentlich zugänglich.

Die Gartengestaltung widerspiegelt den jeweiligen Zeitgeist: So liess nach 1828 der damalige Besitzer Bischoff-Respinger den französischen in einen englischen Garten umwandeln. Der beachtliche Baumbestand des heutigen Sarasinparks, darunter importierte Arten wie Tulpenbäume, Magnolien, Gleditschien, Platanen oder japanische Eiben, ist dieser Umwandlung zu verdanken. Der Sarasinpark umfasst eine Fläche von etwa 34’000 Quadratmetern, die im südlichen Teil von der bereits im 18. Jahrhundert angelegten Lindenallee durchschnitten wird. Auf der Höhe der Allee steht hinter einem Weiher die 1836 im klassizistischen Stil erbaute Orangerie, der ehemalige Überwinterungsort der Orangenbäume und Palmen. Dahinter, an der von Inzlingerstrasse und Rössligasse gebildeten Ecke, liegt die Gemeindegärtnerei, die sich auch um die Pflege des Parks kümmert. Dieser umfasst heute zudem weite Rasenflächen, geschwungene Wege sowie einen Kiesplatz, den sogenannten Zirkusplatz auf der Südseite der Allee. Am westlichen Ende des Sarasinparks befindet sich der Gewölbekeller der mobilen Jugendarbeit, im Osten die Musikschule Riehen.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 8.6.2022

Fakten

Sarasinpark
Baselstrasse/Rössligasse/Inzlingerstrasse

Häuser in Riehen und ihre Bewohner

Artikel

Jahrbuch Riehen

Archive

Archiv Kommunität Diakonissenhaus Riehen

Das Original des sogenannten Enkerlin-Plans sowie die Originalpläne von 1801 und 1811 befinden sich im Archiv der Kommunität Diakonissenhaus Riehen.

Literatur

Häuser in Riehen und ihre Bewohner

Kaspar, Albin: Häuser in Riehen und ihre Bewohner. Heft II. Riehen 2000. S. 97.

Jahrbuch z’Rieche

Brüderlin, Rolf: Die Orangerie im Sarasinpark. In: Jahrbuch z’Rieche 1987. S. 36–45.

Hofmann, Silvia: Historische Gärten in Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1987. S. 4–35.

Jaggi, Bernard: Die Ökonomiebauten im Sarasinpark. In: Jahrbuch z’Rieche 1992. S. 67–75.

Lehmann, Fritz: Von den Sarasinschen Gütern in Riehen und ihren Bewohnern. In: Jahrbuch z’Rieche 1966. S. 25–43.

Weitere Literatur

Frei-Heitz, Brigitte und Anne Nagel: Landschaftsgärten des 19. Jahrhunderts in Basel und Umgebung. Baden 2012. S. 74–80.

Nagel, Anne und Klaus Spechtenhauser: Riehen. Kanton Basel-Stadt. Hg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Bern 2014. S. 30.

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 145.

Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010.

Voss, Jürgen: Sarasin-Park, Riehen. In: Anthos. Zeitschrift für Landschaftsarchitektur 34 (1995). Heft 2. Alte Gärten der Schweiz. S. 20f.

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