Sozialdemokratische Partei Riehen

Die Sozialdemokratische Partei Riehen ist die älteste noch bestehende politische Partei in Riehen. Seit 1914 ist sie im Gemeinderat vertreten.

Die heutige Sozialdemokratische Partei Riehen wurde 1902 als ‹Arbeiterverein Riehen› gegründet. Damit ist sie die älteste heute noch bestehende politische Partei Riehens. Das Dorf war damals politisch von zwei gegensätzlichen Richtungen geprägt: konservativ und freisinnig. Beide Bewegungen waren nicht in Form von Vereinen organisiert. Gegründet wurde der Arbeiterverein unter anderem von August Strub und anderen Vertretern des linken Flügels der Freisinnigen, die sich von dieser Bewegung abspalteten und der Sozialdemokratie zuwandten.

1904 trat der Arbeiterverein ein erstes Mal öffentlich an der Gemeindeversammlung auf. 1905 wurde bei den ersten Proporzwahlen für den Grossen Rat in Basel mit August August Strub der erste Riehener Vertreter der Sozialdemokratie ins Kantonsparlament gewählt. 1914 zog dieser zudem als erster Sozialdemokrat in den Riehener Gemeinderat ein.

Nach 1918 folgte die Umbenennung: Der Arbeiterverein Riehen hiess nun Sozialdemokratische Partei (SP) Riehen. Die Partei gewann seit ihrer Gründung viele Mitglieder, unter anderem, weil sie sich 1908 für die Tramverbindung nach Basel und nach dem Ersten Weltkrieg für den Bau verschiedener Genossenschaftssiedlungen einsetzte.

1921 bekam die Riehener SP prominenten Zuwachs: Der erste sozialdemokratische Regierungsrat im Kanton Basel-Stadt und spätere National- und Ständerat, Eugen Wullschleger, zog in die Gemeinde. 1924 eröffnete dieser zudem als Alterspräsident die konstituierende Sitzung des Weiteren Gemeinderats (später: Einwohnerrat).

1921 spaltete sich der radikale linke Flügel von der Partei ab und gründete die Kommunistische Partei, die sich nach einem vorübergehenden Verbot 1944 als Partei der Arbeit neu formierte. Bis 1945 kam es immer wieder zu Listenverbindungen der Riehener SP mit diesen Parteien.

Seit der Wahl von August Strub in den Gemeinderat 1914 war die Riehener SP mit einer wechselnden Anzahl Mitglieder durchgehend in der Exekutive vertreten.

Autorin / Autor: Nils Widmer | Zuletzt aktualisiert am 25.6.2022

Artikel

Jahrbuch Riehen

Archive

Staatsarchiv Basel-Stadt

Bulletin SP Riehen, Mitteilungsblatt der Sozialdemokratischen Partei Riehen, 1963–1974: PA 716b H 7-6-6 (3).

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Raith, Michael: Zweihundert Jahre gelebte Demokratie. In: Jahrbuch z’Rieche 1999. S. 4–37.

Raith, Michael: Zweihundert Jahre gelebte Demokratie. Die Jahre nach dem Krieg. In: Jahrbuch z’Rieche 2000. S. 40–53.

Zinkernagel, Robert: 50 Jahre Weiterer Gemeinderat der Einwohnergemeinde Riehen. In: Jahrbuch z’Rieche 1974. S. 45–80.

Weitere Literatur

«Aller Anfang ist schwer». In: Basler Vorwärts, 20.09.1902. S. 2.

Haeberli, Wilfried: Die Geschichte der Basler Arbeiterbewegung von den Anfängen bis 1914. Bd. 2. Basel 1987.Koellreuter, Isabel: Herrschaft und Gemeinschaft. In: Schnyder, Arlette et al.: Riehen – ein Portrait. Basel 2010. S. 40–71, hier S. 52–54.

Raith, Michael: Kleine Geschichte der Riehener Parteien. In: Riehener Zeitung, 15.03.1974.

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 215–224.

Vögelin, Hans Adolf: Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart (1789–1970). In: Bruckner, Albert et al.: Riehen – Geschichte eines Dorfes. Riehen 1972. S. 319–400.

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