Freizeitzentrum Landauer

Bluttrainweg 12

Das Freizeitzentrum Landauer wurde 1977 eröffnet und dient heute als Begegnungsort für Menschen verschiedener Generationen und unterschiedlichster Herkunft.

1948 liess die Evangelische Stadtmission auf dem Gebiet der ehemaligen Kiesgrube im Niederholzquartier eine hölzerne Kapelle errichten, das sogenannte Landauerkirchlein. Dieses entwickelte sich bald zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt. Unter der Leitung der im Rahmen der Stadtmission engagierten Sozialarbeiterin Elisabeth Müller-Bühler entstand in den 1960er-Jahren eine Bürgerinitiative, deren Ziel es war, im Quartier einen Ort der Begegnung, des Spiels und der Freizeit zu schaffen. Als Zielgruppe hatten die Initiantinnen und Initianten vor allem die Kinder aus sozial benachteiligten Familien der angrenzenden Notwohnungen vor Augen. 1967 konnte auf der ehemals als Abfalldeponie genutzten Landauergrube das sogenannte Clubhaus eröffnet werden: eine als Provisorium geplante Baracke, in der Spiel- und Bastelnachmittage organisiert wurden und die auch als Treffpunkt verschiedener Vereine diente. Aus dem Clubhaus entwickelte die Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Stadtmission und der Freizeit-Aktion-Riehen (FARS) die Freizeitanlage Landauer, die 1977 eröffnet wurde. Zu diesem Zweck wurde ein von Peter Zinkernagel entworfener Neubau errichtet. Das ‹Landi›, wie die Anlage umgangssprachlich genannt wird, umfasst unter anderem Sport- und Spielplätze, Proberäume für Bands, Werkstätten, einen Brotbackofen und einen Grillplatz sowie das Kaffi Landi. Zu den Angeboten gehören auch Kurse für Kinder und Erwachsene, Konzerte sowie Film- und Theateraufführungen. Früher befanden sich im Gebäude auch Tiefkühlfächer, die von Bewohnerinnen und Bewohnern des Quartiers gemietet werden konnten. Seit seiner Eröffnung wurde das Freizeitzentrum Landauer, wie die Anlage heute genannt wird, wiederholt ausgebaut und den sich verändernden Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen angepasst. An die Anfänge erinnert noch die 1947 gegossene Glocke, die aus dem 1975 abgetragenen Landauerkirchlein stammt.

Autorin / Autor: Luzia Knobel | Zuletzt aktualisiert am 20.6.2022

Artikel

Jahrbuch Riehen

Literatur

Jahrbuch z’Rieche

Dick-Briner, Liselotte: Die Freizeitanlage Landauer. In: Jahrbuch z’Rieche 1981. S. 90–105.

Heitz, Dominik: Freiraum für Spiel und Begegnung. In: Jahrbuch z’Rieche 2016. S. 50–55.

Schnyder, Arlette: Von Freiräumen und Fallhöhen. In: Jahrbuch z’Rieche 2011. S. 16–25.

Seiler-Spiess, Lukrezia: Riehener Jugend 1976. In: Jahrbuch z’Rieche 1976. S. 18–25.

Weitere Literatur

Raith, Michael: Gemeindekunde Riehen. 2. überarbeitete und aktualisierte Aufl. Riehen 1988. S. 212.

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